Törggelen an der Südtiroler Weinstraße
Ein Stück Südtiroler Geschichte und Kultur
Das „Törggelen“ ist in Südtirol längst Tradition. Nach Abschluss der Weinlese wurden deftige Speisen serviert, und man verkostete den neuen Wein sowie den „Suser“ (Traubenmost vor der Gärung). Auch wenn man vermuten könnte, der Begriff „Törggelen“ leite sich vom Konsum enormer Mengen Wein ab, ist dies nicht der Fall; tatsächlich stammt das Wort vom lateinischen *torquere* ab, was so viel wie „Traubenpressen“ bedeutet.
Im Laufe der Zeit hat sich das Törggelen zu einem geselligen Ereignis entwickelt. Man trifft sich in traditionellen Gaststuben und Gasthöfen, um köstliche Gerichte zu genießen – etwa Gerstensuppe, Schlutzkrapfen (gefüllte Teigtaschen), Sauerkraut, Knödel mit Würsten und „Gselchtem“ (gepökeltem, geräuchertem Fleisch), Bauernkrapfen sowie gebratene Kastanien. Begleitet wird das Festessen von neuem Wein und Suser.